Mittwoch, 9. Februar 2011

Was'n Theater!

Im wahrsten Sinne!

Heute hatte der gesamte Gymnasialzweig der BBS I OHA nämlich das Vergnügen sich Dürrenmatts "Die Physiker", aufgeführt vom Jungen Theater Göttingen, in unserer Stadthalle anzusehen. Und ich muss sagen: Es hat sich wirklich gelohnt.
Zwar wurden einige Dinge wie die Monologe der Physiker am Ende ausgelassen und andere neu dazugedichtet, aber es war wirklich sehr witzig und der Kerninhalt ist ja - trotz einigen, die das nicht so sehen, erhalten geblieben.

Mein Platz war zwar ein wenig ungünstig - seitig, genau neben einer der Boxen - aber mitbekommen hab' ich doch alles. Es wurde sogar so gut wie gar nicht getuschelt; nur ein ganz klein wenig, was aber nicht weiter gestört hat.

Was mir aber besonders gut gefallen hat, war die Darstellung der drei Physiker und der Schwester Monika. Den Physikern - gerade "Newton" - hat man wirklich abgekauft, dass "wahnsinnig" sind. Newtons Lache war einfach herrlich; schrill, irre und einfach überzeugend. 

Aber gegen Schwester Monika war das absolut gar nichts. Die "Gute" hat mich doch ein ganz klein wenig an Natalia erinnert. Zwar wollte sie nicht alle abstechen oder sonst wie umbringen, die 'ihrem Möbius' zu nahe kommen oder potenzielle Konkurrenz darstellen, aber sie war einfach nur herrlich aufdringlich und kam ebenfalls etwas wahnsinnig rüber. Beispielsweise hat sie Möbius regelrecht bedrängt, mit ihr zu schlafen. Den Kittel hat sie sich - zumindest um den Oberkörper rum - vom Leib gerissen, sodass man wunderbare Aussicht auf ihren fliederfarbenen BH hatte und dem armen, armen Möbius hat sie sogar die Hose ausgezogen. Wirklich wunderschöne, schokofarbene Boxershorts, die der Gute anhatte ;D
Zudem hat sie ihn beinahe noch vergewaltigt - es sah zumindest so aus - und hat ihn wirklich angesprungen. Umarmt werden wollte sie auch die ganze Zeit; hat immer wieder die Arme hochgerissen und "Umarmen!" gerufen. Niedlich.
Zu schade, dass sie sterben musste. |D

Auch "Einstein" war ganz niedlich. Die Betonung, wenn er fragte, wie er denn gegeigt habe, war Zucker. Und wie er zum Ende hin mit seinem Pfleger getanzt hat [was im Drama jedoch nicht so ist, aber eine herrliche Ergänzung bildet] war einfach nur zu köstlich! Zwei Mal sind sie mitten im Gespräch von Newton und Möbius hinein und wieder hinaus getanzt. Goldig!

Möbius selbst hingegen ist eigentlich 'ne arme Sau gewesen. Zumindest im Anbetracht dessen, dass ihm sowohl von Newton als auch von Einstein ins Bein geschossen wurde. Aber seine 'Rede' mit der er seine beiden Physikerkollegen überzeugt hat, kam wirklich sehr authentisch und gut rüber.


Auch das Fräulein von Zahnt wurde wundervoll gespielt. Zumindest am Ende war es einfach grandios, wie sie sich auf eines der Betten gelegt und erzählt hat, wie sie über die Jahre hinweg Möbius' Manuskripte fotokopiert hat. Gerade das die Pfleger sie dabei massiert und um sie gekniet haben, hatte eine super Wirkung!


Kurzum: Das Stück war einfach nur wunderbar - trotz einiger ausgelassener, abgewandelter und editierter Stellen. Vielleicht auch gerade deswegen? Jedenfalls bin ich hellauf begeistert; das Buch hat mir ja schon sehr gefallen!

Von daher bleibt mir zu sagen: Wer "Die Physiker" nicht kennt hat definitiv 'ne Bildungslücke. Bislang bildet dieses Drama nämlich die beste Schullektüre, die ich bislang gelesen habe. Lesen lohnt sich definitiv; selbst wenn man die Anspielungen auf den Kalten Krieg etc. nicht unbedingt versteht. Lustig ist es - trotz dessen, dass es kein Happy End gibt - auf jeden Fall!

3 Kommentare:

  1. Das schau ich mir aufjedenfall mal an :3
    Hört sich gut an ^^

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  2. Anschauen wird schwierig; die waren heute nur für uns da x"D
    Aber das Buch kann ich dir mal geben; sind nur knappe 70-80 Seiten <3

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